In der Kirche gibt es eine Methode, Missbrauchsverfahren gegen Minderjährige abzuschließen, die weder ein Urteil fällt, keine Fakten feststellt, das Opfer nicht anhört und keine öffentliche Spur hinterlässt.
Es gibt eine Stelle im Buch Gamma der Metaphysik, die man immer wieder mit einem wenig caritativen Lächeln liest. Aristoteles, der genug hatte von denen, die das Widerspruchsprinzip leugneten, urteilte, dass man mit ihnen nicht diskutieren könne: Wer behaupte, dass etwas zugleich und im selben Sinne sein und nicht sein könne, gleiche, so sagt er, einer Pflanze. Nicht einem Toren, nicht einmal einem Sophisten – einer Pflanze. Man mag sich gern vorstellen, dass sich die Theologie über zwanzig Jahrhunderte hinweg diesen Hinweis zu Herzen genommen hat. Gott widerspricht sich nicht, die Wahrheit widerspricht sich nicht, und eine vom Heiligen Geist geleitete Kirche kann nicht am Montag das Gegenteil von dem verkünden, was sie bis Sonntagabend feierlich und universell gelehrt hat. All dies galt freilich vor dem 2. August 2018.
Ehemalige Ordensschwestern warfen ihm psychologische Manipulation, spirituellen Missbrauch und sexuelle Ausbeutung vor, begangen unter dem Deckmantel mystischer Theologie und geistlicher Führung.