Am 6. Mai befand ich mich an einem Ort, von dem ich nie dachte, ihn zu betreten: der Sitz der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen in Rom, im Palazzo Maffei Marescotti, ein Stück Vatikan im Herzen Roms. Der Anlass war ein Atelier zum Signieren von Mosaiksteinen, organisiert von der Mosaizistin Schwester Samuelle und dem französischen Regisseur Quentin Delcourt im Rahmen des internationalen Projekts Renaissance-La Symphonie des tesselles, Renaissance - Die Sinfonie der Tessellen, das sich auf die Möglichkeit konzentriert, Missbrauchstraumata durch Kunst zu heilen. Nun dringen wir in den Kern des Projekts vor, das aus einem Kunstwerk, einem Film und einer Sinfonie besteht, aber ich möchte gleich ein paar Dinge hervorheben, die mich beeindruckt haben. Erstens die etwas oberflächliche Organisation der von der Kommission zum Schutz von Minderjährigen ausgerichteten Veranstaltung: Das Treffen war nicht öffentlich und die Teilnahmeaufforderung erging an einige Missbrauchsopfer und an diejenigen, die sich mit dem Thema befassen (es lautete ungefähr so: «wenn du jemanden kennst, der Missbrauch erlebt hat, am besten eine Frau, bring ihn mit»); aber vor allem die Beteiligung der Kirche an einem Projekt, das sich als unabhängig erklärt. Wie unterstützen Bischöfe und Vatikan Renaissance? Ich war neugierig und habe den Administrator der Kommission zum Schutz von Minderjährigen, Stefano Mattei, gefragt, der mir auf mindestens eigentümliche Weise antwortete.
Aber beginnen wir der Reihe nach.
Renaissance ist ein Mosaik, das von Schwester Samuelle, Künstlerin, französische eremitische Ordensfrau und Opfer von Marko Rupnik, geschaffen wurde und den Frauen gewidmet ist, die in der Kirche Missbrauch erlitten haben. Ein monumentales Werk von 50 Quadratmetern, das aus Tausenden von Tessellen besteht, alle signiert von Opfern von Klerusmissbrauch oder von Personen, die sie unterstützt haben (und von einigen Prälaten …), zusammengestellt während verschiedener von Schwester Samuelle selbst geleiteter Ateliers. Das letzte Atelier findet am 30. Juni in Lourdes statt - nicht zufällig hatte der Bischof von Tarbes und Lourdes Jean-Marc Micas hier vor einem Jahr Stellung bezogen, indem er das Mosaik von Rupnik an der Tür des Heiligtums abdeckte - und dann wird das Werk nach seiner Fertigstellung Anfang 2027 in Paris ausgestellt. Anschließend wird es in 200 Fragmente zerlegt, die in ebenso viele Diözesen, Kultstätten oder alternativ in Ausstellungsräume auf der ganzen Welt gelangen sollen.