Papst Franziskus bewahrt die Idee der Synodalität, das heißt die Vorstellung, dass die Kirche ein Prozess des Zuhörens, der Beratung und des Ringens ist, sagte der österreichische Jesuit Andreas Batlogg am 17. April gegenüber Kirche-und-Leben.de. Er hat mehrere Bücher über Franziskus geschrieben, darunter eine erste Biographie.

Zum Amazonas-Synodium von 2019 sagte Pater Batlogg, dass Franziskus fast das Zölibat abgeschafft hätte: "Dann gab es einen massiven Rückschlag. Und er bremste ab.

Eine ähnliche Situation ereignete sich beim Synodium über die Synodalität, das ohne Abschlussdokument endete.

Die innere Spaltung der Kirche unter Franziskus ist sehr tief geworden: "Es gab offenen Widerstand, nicht nur hinter den Kulissen".

Bei Léon XIV gab es jedoch "eher einen Tondwechsel als einen grundsätzlichen Bruch", nach Aussage von Pater Batlogg.

Léon XIV präsentiert sich als ruhiger und beherrschter, mit größerer Aufmerksamkeit für Klarheit und traditionellerem Verhalten: "Allerdings geht es dabei in erster Linie um Stilfragen".

Und: "Inhaltlich sehe ich, dass viele Politiken fortgesetzt werden, wie die Synodalität, soziale Fragen und die globale Perspektive."

Pater Batlogg erklärt es so: "Franziskus hat die Türen geöffnet, und Léon beginnt jetzt, die Zimmer dahinter zu organisieren."